Kategorien

Neustart

Kindergartenstart und Schulbeginn

Kindergarten und Schule sind wieder im Regelbetrieb angelaufen. Für alle Kinder als Neueinsteiger bedeutet dies, sich neben den Anforderungen des Bildungs- und Lernauftrags, in einem neuen sozialen System zurechtfinden zu müssen.

Gruppendynamik und Rollenfindung

Die Integration in die neue Gruppe, das neue System von Kindergarten und Schule, steht dabei zu Beginn für Ihr Kind an oberster Stelle. Es ist für Ihr Kind wichtig, dass es im neuen Gruppengefüge emotionalen Rückhalt erfährt und sich im neuen sozialen System sicher fühlen lernt. Für den Lernerfolg ist mit entscheidend, wie in der sozialen Gruppe agiert wird und die Beziehungen zu Kindergarten-/KlassenkollegInnen, aber auch Betreuungspersonen gestaltet wird. Die zuständigen PädagogInnen achten daher genau auf Gruppendynamik und die Entwicklung des einzelnen Kindes. Ihr Kind braucht Zeit um die Rolle, welches es in der Gruppe einnehmen wird, für sich zu definieren. Während dieser Zeit testet Ihr Kind intensiv aus, welche Grenzen im sozialen Miteinander bestehen. Dabei wird es, je nach Charakter, in eine dominante, schüchterne, aussenstehende oder resiliente Rolle schlüpfen. Meist behalten die dominanten Kinder ihre Rollen und beeinflussen damit die Gruppendynamik und in Folge auch die Lernerfolge einzelner. Hilfreich, vor allem im Volksschulalter, zeigt sich eine Stärkenanalyse für Ihr Kind, in welchem es als Experte ihrer/seiner Selbst Gelegenheit hat, das eigene Handeln zu hinterfragen und ihre/seine persönlichen Ressourcen und Potentiale, entsprechend dem momentanen Entwicklungsstand, zu erkennen. Im besten Fall erhalten Sie bereits kurz nach dem Einstieg Zeit, mit GruppenpädagogIn oder LehrerIn, im Einzelgespräch über Ihr Kind zu sprechen und in der Erziehungspartnerschaft Ziele zu vereinbaren, welche halbjährlich evaluiert und adaptiert werden.

Orientierung durch Vereinbarungen

In Kindergarten und Schule finden sich zur Orientierung für die Kinder oftmals gemeinsame Vereinbarungen für das Miteinander, welche einen Rahmen und somit Sicherheit geben um ausreichend Raum zur Entfaltung bereit zu stellen. Diese Vereinbarungen unterstützen Ihr Kind gerade in der Testphase, um nicht über das Ziel hinauszuschießen und sich, ihrer/seiner Persönlichkeit entsprechend, in der Gruppe einzugliedern. Sie geben zudem Orientierung für alle Kinder und Betreuungspersonen der Einrichtung. Ebenso wie die pädagogische Begleitung oder das bereits bestehende Gruppengefüge, Stabilität und Orientierung vermitteln.

Austesten und der Einfluss von Systemen

Das Austesten von Grenzen, das Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit und die Definierung der eigenen Rolle in der Gruppe ist für Ihr Kind eine Herausforderung. Es ist daher durchaus auch möglich, dass diese Testphase sich zu Hause fortsetzt und Ihnen neue Wesenszüge an Ihrem Kind auffallen, die bis dato unbekannt waren. Irritationen können entstehen, da sich unterschiedliche Systeme gegenseitig beeinflussen und im Sozialisierungsprozess aus der Familie in Kindergarten oder Schule transportiert werden und umgekehrt. Eine offene und vertrauensvolle Gesprächskultur im Familienverband und den Erziehungspartnern in Kindergarten und Schule unterstützt diesen Veränderungsprozess für Ihr Kind.

Besprechen Sie Veränderungen, begleiten Sie mit Vertrauen und geben Sie Sicherheit. Gegebenenfalls holen Sie sich frühzeitig Unterstützung, um die Herausforderungen gemeinsam bestehen zu können und den Entwicklungsprozess Ihres Kindes förderlich mitzugestalten.

Zurück